Wechseljahren bei Männern - gibt es die?

Petra Schreiber

Wechseljahre bei Männern – gibt es die?

Was wirklich passiert – und was das mit der Haut zu tun hat



Es ist eine Frage, die ich in letzter Zeit immer häufiger höre – und die mich als Derma-Hormon-Expertin genauso beschäftigt wie das große Thema Frauenhaut in den Wechseljahren:


Gibt es Wechseljahre eigentlich auch bei Männern?


Die ehrliche Antwort lautet: ja und nein. Und genau diese Differenzierung lohnt sich – weil sie zeigt, wie unterschiedlich der männliche und weibliche Körper auf denselben Prozess des Alterns reagieren. Und weil so viele Männer mit Veränderungen leben, die sie nie mit ihrem Hormonsystem in Verbindung gebracht haben.


Was wissenschaftlich wirklich passiert


Bei Frauen ist die Sache relativ klar: Der Östrogenspiegel bricht in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum markant ein. Das ist ein biologischer Wendepunkt – mit definierten Symptomen, einer messbaren Zäsur, einem vorher und nachher.


Bei Männern funktioniert das anders. Ab etwa dem 40. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel um durchschnittlich ein bis zwei Prozent pro Jahr. Das klingt zunächst wenig – aber über zwanzig Jahre summiert sich das zu einem erheblichen Unterschied. Und: Es ist kein linearer Prozess, sondern individuell höchst verschieden.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie hält den Begriff „Wechseljahre des Mannes“ daher medizinisch für ungenau. Der korrektere Begriff lautet PADAM – partielles Androgendefizit des alternden Mannes. „Partiell“, weil die Hormonproduktion nicht vollständig sistiert, sondern schleichend nachlässt. Und „Androgen“, weil neben Testosteron auch andere männliche Sexualhormone wie DHEA betroffen sind.


Wichtig: Nicht jeder Mann ist gleich betroffen. Manche Siebzigjährige haben noch Werte im Normbereich. Andere spüren bereits mit Mitte fünfzig deutliche Veränderungen. Studien schätzen, dass rund jeder zehnte Mann spürbare Symptome entwickelt.


„Was Frauen in wenigen Jahren als einschneidende Veränderung erleben, schleicht sich beim Mann über Jahrzehnte an. Genau das macht es so schwer zu erkennen.“


Warum es so lange unerkannt bleibt


Das ist die eigentliche Herausforderung beim männlichen Hormonwandel: Er tarnt sich. Was Testosteronmangel verursacht, sieht aus wie normales Älterwerden – und wird auch so behandelt. Oder gar nicht.


Die typischen Zeichen:


→ Anhaltende Müdigkeit – die sich nicht durch Schlaf erklären lässt

→ Nachlassende Libido – oft still übergangen, selten angesprochen

→ Muskelabbau und längere Regenerationszeiten – Sport fühlt sich schwerer an, Aufbau geht langsamer

→ Bauchfett, das sich trotz gleicher Gewohnheiten aufbaut – Testosteron steuert die Fettverteilung

→ Stimmungstiefs, Reizbarkeit, innere Leere – Testosteron beeinflusst Dopamin und Antrieb direkt

→ Veränderungen der Haut – matter, weniger straff, fahler Teint

→ Schlafstörungen – ein- oder durchschlafen wird schwieriger

→ Gelenk- und Knochenbeschwerden – ähnlich wie bei Frauen: Testosteron schützt auch Knorpel und Knochen


Hinzu kommt, dass verschiedene äußere Faktoren den Testosteronabfall beschleunigen können: Chronischer Stress erhöht Cortisol – und Cortisol hemmt die Testosteronproduktion. Schlafmangel, Übergewicht, Alkohol, Bewegungsmangel – all das wirkt ergänzend in dieselbe Richtung. Ein Kreislauf, der sich still zuzieht.


Was das mit der Haut zu tun hat


Als Hautmentorin und Derma-Hormon-Expertin interessiert mich besonders dieser Aspekt, der selten erwähnt wird: Testosteron beeinflusst die Haut des Mannes direkt.

Männer haben von Natur aus eine dickere Haut als Frauen – bedingt durch den höheren Testosteronspiegel, der Kollagenproduktion und Hauttextur beeinflusst. Das ist auch der Grund, warum Männer oft später sichtbar altern. Aber wenn Testosteron zurückgeht, verändert sich auch das:


• Die Haut verliert an Festigkeit und Dichte

• Die Regenerationsgeschwindigkeit sinkt – die Haut erholt sich langsamer

• Der Teint wirkt fahler, matter, weniger vital

• Trockene Stellen oder Empfindlichkeiten, die früher nicht da waren, können auftreten

• Haarverlust am Kopf kann sich verstärken


In meinem Institut erlebe ich das regelmäßig: Männer kommen mit einer Haut, die sich verändert hat – müder, weniger straff, ungleichmäßiger. Und niemand hat ihnen je erklärt, dass das auch hormonelle Ursachen haben kann.


Was wirklich hilft – eine ehrliche Einschätzung


Zunächst das Wichtigste: Wer ab 40 das Gefühl hat, dass sich etwas verändert – Energie, Stimmung, Körperzusammensetzung, Haut – sollte den Hormonstatus überprüfen lassen. Ein Bluttest beim Hausarzt oder Urologen gibt Aufschluss über den Testosteronspiegel. Das ist der erste und wichtigste Schritt.


Was ergänzend und ohne Arztbesuch bereits viel bewirkt:


  • Krafttraining – nicht optional, sondern essenziell

Schon zwei Einheiten pro Woche können den Testosteronspiegel spürbar unterstützen und den Muskelabbau deutlich verlangsamen. Wer sein Leben lang Ausdauersport gemacht hat, muss hier umdenken: Widerstandstraining ist der entscheidende Hebel.

  • Schlaf als Hormonschutz

Der größte Teil der Testosteronproduktion beim Mann findet nachts statt. Wer chronisch schlecht oder zu kurz schläft, beschleunigt den Abfall. Schlafhygiene ist Hormonstrategie.

  • Stress ernst nehmen

Chronisch erhöhtes Cortisol ist einer der stärksten Testosteron-Hemmer. Wer Stress als selbstverständlich akzeptiert, bezahlt hormonell dafür – oft mit Körper und Haut.

  • Hautpflege, die zur veränderten Hormonlage passt

Nein, das ist keine Frage der Eitelkeit. Kollagenunterstützende Wirkstoffe, Barrierepflege, Mikrozirkulationsförderung – das sind dieselben Ansätze wie bei Frauen in den Wechseljahren, nur angepasst auf männliche Hautstruktur. In meiner Praxis berate und behandle ich auch Männer – mit professionellen Produkten, die ausschließlich über meine Praxis erhältlich sind, und Behandlungen, die dort ansetzen, wo die Veränderungen beginnen.


Ein Gedanke zum Schluss – für Paare


Viele Frauen, die gerade ihre eigenen Wechseljahre durchleben, erleben gleichzeitig, dass sich ihr Partner verändert. Weniger Energie, andere Stimmung, ein Körper, der nicht mehr so funktioniert wie früher. Und niemand spricht darüber – weil die gesellschaftliche Sprache dafür fehlt.

Was ich mir wünsche: Dass Hormongesundheit aufhört, ein Frauenthema zu sein. Dass Männer die gleiche Erlaubnis bekommen, hinzuschauen und zu fragen. Und dass Paare, die gemeinsam in diese Lebensphase kommen, auch gemeinsam Orientierung finden können.


„Hormongesundheit ist kein Frauenthema. Sie ist ein Menschenthema.“


Wenn Sie sich in diesem Artikel erkennen – oder ihn an jemanden weiterschicken möchten, dem er nützen könnte: tu es.

Ich bin für Fragen da – für Frauen, für Männer, für alle, die verstehen wollen, was in ihrem Körper passiert.


Herzlich,

Petra Schreiber

Hautmentorin & Derma-Hormon-Expertin


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Wenn Kundinnen/Kunden zu mir kommen, haben sie oft jahrelange Erfahrung mit Pflege. Sie haben gecremt, getont, geölt, gemaskt. Sie haben Geld ausgegeben, Zeit investiert, Routinen aufgebaut. Und fragen sich trotzdem: Warum verändert sich eigentlich nichts? Die Antwort liegt meistens nicht im fehlenden Eifer. Sie liegt in einem grundlegenden Missverständnis – dem Unterschied zwischen Pflegekosmetik und Cosmeceuticals. Pflegekosmetik pflegt. Cosmeceuticals wirken. Das klingt provokant. Aber es trifft den Kern. Konventionelle Pflegekosmetik ist gesetzlich so reguliert, dass sie ausdrücklich *keine* biologische Wirkung auf die Haut haben darf. Sie darf befeuchten, schützen, glätten – aber sie darf nicht in Zellprozesse eingreifen. Das ist kein Versagen der Industrie. Es ist eine gesetzliche Grenze. Denn: Sobald ein Produkt nachweislich in die Hautbiologie eingreift, wäre es nach europäischem Recht ein Arzneimittel – und müsste als solches zugelassen sein. Cosmeceuticals bewegen sich im Bereich dazwischen. Sie enthalten Wirkstoffe in klinisch relevanten Konzentrationen, die nachweislich in die Hautphysiologie eingreifen: → Sie stimulieren die Kollagensynthese → Sie regulieren die Melaninproduktion → Sie beschleunigen die Zellregeneration → Sie stärken die Lipidbarriere → Sie modulieren Entzündungsprozesse Diese Wirksamkeit ist nicht nur behauptet – sie ist in unabhängigen Studien belegt. Der Unterschied steckt oft nicht im Wirkstoff – sondern in der Konzentration. Ein Retinol mit 0,01 % ist ein nettes Pflegeprodukt. Ein Retinol mit 0,5 % in einer liposomalen Formulierung ist ein Cosmeceutical. Es erreicht die Dermis. Es verändert dort messbar die Kollagenstruktur. Dieselbe Substanz. Ein anderes Ergebnis. Weil Konzentration, Formulierung und Penetrationsfähigkeit entscheiden – nicht der Name auf der Verpackung. Warum das für meine Arbeit entscheidend ist Bei Neroli Cosmetics arbeite ich ausschließlich mit Cosmeceuticals, weil ich keine halben Versprechen machen möchte. Wer zu mir kommt, hat eine berechtigte Erwartung: dass etwas passiert. Nicht irgendwann. Nicht vielleicht. Sondern mit nachvollziehbarem, sichtbarem Ergebnis. Das bedeutet auch: Ich erkläre immer, was ein Produkt kann – und was es nicht kann. Cosmeceuticals sind kein Ersatz für professionelle Behandlungen. Aber sie sind die klügste Heimroutine, die man sich aufbauen kann. Sie verlängern das Behandlungsergebnis. Sie schützen, was wir in der Kabine erreicht haben. Und sie helfen der Haut, jeden Tag ein bisschen besser für sich selbst zu sorgen. Haben Sie sich auch schon gefragt, warum Ihre Pflege nicht das hält, was sie verspricht? Schreiben Sie mir gerne – ich beantworte das gern. Ihre Petra Schreiber #Cosmeceuticals #Hautpflege #AntiAging #Hautmentorin #NeroliCosmetics #Wirkstoffkosmetik #Skincare #Hautgesundheit #SchmittenImTaunus
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